Facebook – So schützt ihr eure Daten

Facebook Daten schützen

Facebook ist aktuell durch den Cambridge Analytica-Fall sehr stark in der Presse vertreten. Dabei geht es vorangig um den Missbrauch von Nutzerdaten der Facebook-Anwender. Das zeigt, wie schnell persönliche Daten in fremde Hände gelangen können. Aus diesem Grund ist es wichtiger denn je, mit seinen Daten sensibel umzugehen und sie zu schützen. Dafür bietet Facebook bereits einige Einstellungen, die zum Schutz eurer Daten kritisch überprüft werden sollten. Es ist möglich, selbst zu steuern, welche Informationen in Facebook preisgegeben werden sollen. Auf Süddeutsche.de gibt es dazu den aktuellen Bericht “So füttert man Facebook mit möglichst wenig Daten“, den ich sehr empfehlen kann.

Social_MediaGrundsätzlich solltet ihr aber folgende Regeln für die Nutzung sozialer Netzwerke einhalten

  1. Datensparsamkeit – überlegt euch gut, wie und welche Informationen ihr veröffentlichen möchtet. Denn das Netz vergisst nichts. Es gibt in den gängigen Netzwerken auch die Möglichkeit, Informationen öffentlich oder nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich zu machen.
  2. Arbeitgeberdaten sind tabu – vertrauliche Daten des Arbeitgebers haben in sozialen Netzwerken nichts zu suchen und können schwerwiegende Konsequenzen für euch haben, falls über euren Account Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.
  3. Kontaktanfragen prüfen – nicht jede Kontaktanfrage ist von einem Freund oder der Familie. Es können sich auch Kriminelle dahinter verstecken.
  4. Unterschiedliche Passwörter – verwendet für eure Netzwerke und euren weitern Zugängen wie E-Mailpostfach oder Banking unterschiedliche Passwörter, damit bei einem Datendiebstahl dem Kriminellen nicht direkt alle Zugänge frei zur Verfügung stehen.
  5. Phishing – Neben E-Mails als Medium ist das soziale Netzwerk eine wunderbare Plattform für Kriminelle, um Phishing zu betreiben. Dabei werden z. B. in Beiträgen Links zu Phishing-Seiten verbreitet. Dementsprechend sollten Posts und Beiträge immer kritisch geprüft werden.
  6. Kinder aufklären – ein wichtiger Punkt in der Kindererziehung sollte auch das Thema sein, wie sie mit sozialen Netzwerken umgehen und sie auf die Gefahren sensibilisieren. Nur so können eure Kinder sowohl auf die Sicherheit achten als auch Spaß haben.
  7. Account löschen – falls das soziale Netzwerk mal uninteressant wird, solltet ihr immer eure Daten löschen bzw. vom Betreiber löschen lassen. Wenn ihr ein Angehöriger eines Verstorbenen seid, könnt ihr auch an den Betreiber heran treten und mit entsprechendem Nachweis, den Account löschen lassen. Bei Facebook könnt ihr so ein Fall auf dieser Seite melden https://www.facebook.com/help/contact/?id=228813257197480.
  8. gehackten Account melden – wenn das eigene Konto mal  gehackt wurde, solltet ihr zeitnah den Betreiber informieren. Für solche Fälle stehen entsprechende Anlaufseiten zur Verfügung wie z. B. bei Facebook https://www.facebook.com/hacked.
  9. Digitales Erbe klären – klärt rechtzeitig, wie mit eurem digitalem Erbe umgegangen werden soll. Dies kann zu Lebzeiten z. B. in einem Testament schriftlich festgehalten werden. Dabei spielen Fragen eine Rolle wie:
    • Was soll gelöscht, was soll erhalten bleiben?
    • Was soll mit meinen Daten geschehen?
    • Wer soll auf den Computer Zugriff bekommen?
    • Wer soll meinen Nachlass verwalten bzw. ist Bevollmächtigter?

 

Hilfe bei Identitätsmissbrauch

Digitale IdentitätMit Identitätsmissbrauch wird die missbräuchliche Nutzung personenbezogener Daten, also der Identität, einer natürlichen Person definiert. Damit versucht der Betrüger durch Betrug, Erpressung, Begünstigung oder Täuschung einen Vermögensvorteil zu erreichen – sprich Profit daraus zu schlagen oder dem Opfer zu schaden.

Häufige Schäden

  • finanziellen Vorteil erzielen – Typisch ist der Warenbetrug. Dabei wird eine Ware auf die Identität des Opfers auf Rechnung bestellt und an eine abweichende Lieferadresse geliefert. Der Betrüger kann auch einen Vertrag z. B. einen Handytarif auf den Namen des Opfers abschließen sowie Konten damit eröffnen und überziehen.
  • Straftaten – Der Betrüger nutzt die Identität des Opfers zur Ausübung einer Straftat z. B. dem Kauf von Drogen oder gibt die Identität bei einer polizeilichen Vernehmung an.
  • Rufschädigung – Mit Daten und Fotos versucht der Betrüger den Ruf des Opfers zu schädigen oder erpresst das Opfer damit.
  • Leistungen erschleichen – Dieser Schaden kommt nicht sehr häufig vor, aber die gezetzlichen Kranken- und Pflegekassen sind auch Fälle bekannt, bei denen sich die Betrüber auf Basis der missbrauchten Identität teure Arztbehandlungen oder Medikamente erschleichen.

Anzeichen eines Identitätsmissbrauchs

Identitätsmissbrauch lässt sich meistens nicht sofort feststellen. Oft fällt erst Tage oder auch Wochen später auf, dass etwas nicht stimmt. Anzeichen dafür sind auffällige Zahlungen vom Bankkonto, Mahnungen per Post oder E-Mail, Sperrungen von Kreditkarten oder Bezahldiensten wie PayPal. Erste Warnhinweise sind auch verweigerte Logins des E-Mailanbieters, welcher in solchen Fällen entsprechend  informiert.

Erste Schritte und Hilfe

Das Wichtigste ist Ruhe bewahren und zeitnah die ersten Schritte einzuleiten. Dabei solltest du Forderungen und Mahnungen nicht ignorieren. Es muss also jedes Unternehmen oder jede Bank direkt über den Missbrauch informiert werden. Weiterhin solltest du den Missbrauch bei der Polizei angezeigen. Nur unter Vorlage dieser Anzeige können unbe­rechtigte Ansprüche wirk­sam zurück­weisen werden.

Wenn der Missbrauchsfall aufgeklärt ist, muss auch überprüft werden, wie der Betrüger an die Identitätsdaten herangekommen ist. Was kann noch getan werden, damit zukünftig Betrüger nicht so einfach ein deine Daten kommen? Wo warst du ggf. zu nachlässig? Es sollten z. B. Passwörter immer stark genug sein und für jeden Dienst ein unterschiedliches genutzt werden. Wichtig ist auch, dass du sensibel mit der Veröffentlichung deiner Daten umgehst. Dazu habe ich mit So schützt ihr eure Daten auch einen interessanten Beitrag verfasst.

Deutschland bietet bestes Cloud Computing Umfeld

Laut einer diesjährigen Studie der Business Software Alliance unter 24 Ländern bietet Deutschland vor Japan und den USA das beste Cloud Computing Umfeld. Das bestätigt unsere hohen Datenschutzanforderungen mit dem DSGVO und unserem Justizsystem. Nicht ganz so gut wird dagegen die zugehörige Infrastruktur bewertet, die ja bekannterweise nur sehr schleppend in Deutschland ausgebaut wird.

2018 BSA Global Cloud Computing Scorecard (Bild: BSA)